Tobias Kindermann
elferliste-team

Dabei seit: 28.12.2004
Beiträge: 8.613
Wohnort: Bamberg
 |
|
| Schwächelt der Porsche 911? |
 |
Hallo Kollegen!
In der Zeitschrift Porsche-Fahrer bin ich als redaktioneller Mitarbeiter aktiv und betreue die Rubrik Internet.
Zu meinem Konzept gehört, dass dort auch ein wenig Interaktivität stattfinden soll. Ein Teil davon wird sein, in jeder Ausgabe eine Umfrage zu machen, für die ich diese Forumsplattform benutzen möchte.
Ich werde - wie es ja einige schon kennen - prägnante Sätze aus Kommentaren in den Beiträgen hier von Euch im Heft aufgreifen mit dem Hinweis, von wem das Zitat stammt.
Wir haben hier bereits ja öfters solche Umfragen gemacht - und das Niveau der Beiträge war sehr hoch - so kam mir die Idee.
Diesmal geht es um das Thema: Schwächelt der Porsche 911?
Dazu habe ich ein Interview geführt mit dem Vorstandsvorsitzenden von Porsche, Michael Macht:
http://www.pf-magazin.de/panorama-aktuel...orsche_911.html
Die Aussagen zum 911, die er dort trifft, können wir hier diskutieren.
Viele Grüße
Tobias
__________________ Porsche Carrera 3,2, EZ 10/87, Sonderserie 250 000. 11er, diamantblaumetallic, Spoiler v+h, 7+9x16, a/n Steuerung, tiefer, Bilstein sportlich Straße, Turbospurstangen, 3-Punkt-Gurte für Rücksitze
|
|
28.05.2010 13:40 |
|
|
Frank Klenner
Mitglied
Dabei seit: 23.02.2005
Beiträge: 256
Wohnort: Raubling
 |
|
Hi Tobias,
von den drei Antworten passt m.E. keine perfekt, deswegen habe ich "ist nimmer so attraktiv" angekreuzt. Was ich damit aber meine, ist erklärungsbedürftig und wieder mal etwas "gusseisern".
Porsche hatte vor noch gar nicht so langer Zeit eine andere Zielsetzung, für die es keine Alternative zum 911 gab: ursprüngliches und sportliches Autofahren, auch mit Verzicht auf möglichen Komfort. Inzwischen, da der Elfer nicht nur komfortabler ist und m.E. eher in Richtung GranTurismo geht (Ausnahmen GT2 und GT3), schadet es den Verkaufszahlen, dass er damit auch neue Wettbewerber hat. Ein schicker Audi R8, eine preiswerte, schnelle und erstmals gute Corvette C6, ein technologisch fortschrittlicher Mercedes SLS oder auch im eigenen Haus ein billigerer Boxster/Cayman: ein früherer Elfer musste sich in der Kategorie Kurvenräuber niemals mit solchen gleichwertigen oder überlegenen Gegnern messen, denn ein Mercedes SL, eine Corvette (bis C5) oder ein Unternehmensinterner Transaxle standen für einen 911er-Fahrer üblicherweise nie als Alternative zur Debatte.
Viele Grüße
Frank
|
|
28.05.2010 14:14 |
|
|
Tobias Kindermann
elferliste-team

Dabei seit: 28.12.2004
Beiträge: 8.613
Wohnort: Bamberg
Themenstarter
 |
|
Hallo Frank!
Die Optionen können immer nur einen Trend angeben, ich denke, Du hast Deine Auswahl sehr gut erläutert.
Gruß
Tobias
__________________ Porsche Carrera 3,2, EZ 10/87, Sonderserie 250 000. 11er, diamantblaumetallic, Spoiler v+h, 7+9x16, a/n Steuerung, tiefer, Bilstein sportlich Straße, Turbospurstangen, 3-Punkt-Gurte für Rücksitze
|
|
28.05.2010 14:18 |
|
|
Sebastian Bauer
Mitglied
Dabei seit: 12.05.2010
Beiträge: 9
Wohnort: Mannheim
 |
|
Der Kern der Marke 911 lässt sich auf ein Minimum reduzieren: Es ist der Boxer. Dieser Kern darf auf keinen Fall aufgegeben werden. Ein V8 wäre eine schwere Beschädigung oder sogar der Untergang der Marke 911 bis auf Weiteres. Der Markenkern des Boxers stammt aus der Historie des Produktes 911 und muss nachhaltig gepflegt werden. Er hat enorme Differenzierungskraft ggü. anderen Sportwagen-Herstellern. Es ist ein Differenzierung- und Alleinstellungsmerkmal. Das macht eine Marke langfristig erfolgreich, weil sie dann anders ist als die anderen. Und zwar nicht nur emotional anders sondern auch technisch-funktional anders. So wie der Elfer immer war und bleiben sollte. Ergo: Ein 8-Zylinder-Boxer muss her, im 911-998.
|
|
28.05.2010 14:26 |
|
|
Jens Büsing
Mitglied
Dabei seit: 01.04.2008
Beiträge: 18
Wohnort: Laichingen
 |
|
Ich habe ebenfalls keine perfekt passende Option unter den 3 vorgegebenen gefunden.
Ich denke den größten Anteil am Verkaufseinbruch hat die Wirtschaftskrise.
Aber es kommen noch 2 weitere Faktoren hinzu:
- die Tatsache daß der 911 jetzt ein VW ist
- daß der 911 zu fett geworden ist
Der Effekt des Markennamens VW wird sicher nur von kurzer Dauer sein, das haben die Leute bald vergessen.
Aber daß der 911 ein zwar schnelles, aber unspektakuläres Auto geworden ist, stellt für alle Sportwagen-Fans ein echtes Problem dar. Auf der anderen Seite gibt es den Club der weißhaarigen 911er Fahrer, die genau so etwas suchen: ein Auto das Aussehen und Image eines Sportwagens hat, sich aber so fährt wie eine Mercedes C-Klasse Automatik.
Mein Lösungs-Vorschlag:
Den 911 im Radstand um 10cm verlängern, entsprechend mehr Platz auf den Notsitzen schaffen, Geräusch – und Federungskomfort weiter verbessern und so all jene bedienen, die keinen richtigen Sportwagen suchen, sondern einen GT im klassischen Sinne.
Parallel dazu Boxster und Cayman 10cm niedriger, 10cm schmaler, 30cm kürzer und 250kg leichter machen und so einen echten Sportwagen im Geiste des Ur-Elfers, aber mit Mittelmotor schaffen.
Das würde aber bedeuten, daß man die Gleichteile-Politik von Boxster/Cayman und 911 weitgehend aufgeben müßte. Und es würde auch nur funktionieren, wenn Boxster und Cayman weiterhin echte Porsche wären und z.B. keinen 4-Zylinder Motor von VW hätten.
__________________ .
Gruß, Der Jens
|
|
28.05.2010 14:43 |
|
|
|
|
Will nach langer Abstinenz auch mal wieder meinen Senf dazu geben ;-)
Ich sehe das Problem anders herum:
Richtig: Die Absatzzahlen schwächeln.
Unrichtig: Der 911er schwächel tnicht! ;-)
... der wird sogar immer stärker ... allerdings gib es in meinen Augen beim 911er ein Evolutionsproblem. Genau wie bei uns Fahrern, wird man im Laufe des Lebens nicht unbedingt leichter ;-)
Ich finde deshalb, dass der 911er immer mehr Fett ansetzt von Modelreihel zu Modellreihe!
Hatte das an anderer Stelle schon kundgetan. Was wirklich fehlt, ist ein leichtes effizientes Sport-Autochen - die aktuellen Modelle sind doch alle eher auf "Langstreckenbomber" á la 928 GTS angelegt (jaaa - ich weis, der hat den Motor ein bischen weiter vorne! *gg*). Sehe ich das falsch???
Bei dieser Modellphilosophie ist die Motorisiereung annähernd wurscht 6, 8, 10 Zylinder boxer-Stern-V-W-Anordnung - hauptsache Bumms - und Schub von hinten! - Und: Auch die "Hybridisierung" macht ja aktuell auch vor dem 911er nicht halt - daher wird man sich auch am Motorkonzept nicht für alle Zeit festhalten wollen.
... es gab eine Zeit der Vergasermotoren - dann die Einspritzer - dann ging dem 911er plötzlich die Luft aus - aber dennoch kann dem Auto (kaum) ein anderes Fahrzeug das "Wasser" reichen! ;-)
PS: Ich hätte gern einen Cayman-Ultralight mit 950 kg und 330 PS!
PPS: NEIN - ich habe nicht beim Vorredner abgeschrieben! ;-)
__________________ .
911 Targa 1988 (Modelljahr 1989) - seit 01.07.2008 leider in der Box ...
|
|
28.05.2010 14:46 |
|
|
|
|
Kann da meinen Vorrednern zum Teil zustimmen, keine der 3 Aussagen passt 100%ig.
Mit 27 Jahren als Vertreter der jüngeren Generation von 911er Fahrern finde ich den aktuellen 11er zu fett, zu weich, zu sehr in Richtung Kundschaft 50+ ausgelegt.
Nach 5 Jahren 924, 944 und 968 stand ich vor der Entscheidung welches Auto es nun sein soll. Neuerer Boxter, 996er, oder ewas älteres.
Nun fahre ein sehr schönes G-Modell, ohne Servo, ohne ABS, und ohne Technikschnickschnack der kaputt gehen kann. So wünsche ich mir ein Auto!
Ich denke wer aus der jüngeren Generation einen Sportwagen sucht, will nicht in einen scheinbar "langweiligen" perfekt ausbalancierten, mit sämtlichen Helferlein ausgestatteten, Wohnzimmersessel-911er einsteigen, sondern eher ein "richtiges" Auto mit Ecken und Kanten das den Fahrer fordert!
Perfekte Autos mit allem drum und dran fährt doch eh jeder als Alltagsauto.
Ich will Abwechslung, Fahrspaß und was zu tun! Eine Herausforderung!
Aus der aktuellen 911er Palette käme für mich daher nur GT2 oder GT3 in Frage, leider preislich aber noch nicht ganz erreichbar. ;-)
Einige meiner Vorredner schlagen vor den Boxter auszubauen. Mir persönlich sagt das Styling des Boxters überhaupt nicht zu, der käme für mich nie in Frage.
Ich bin für einen einfachen 911er, Basisaustattung, wenig Gewicht, wenig Elektronik, schlankere Silhouette, wenig Plastik, viel Fahrspaß.
Porsche hat so etwas ähnliches z.B. mit dem 968 CS vor Jahren schonmal vorgemacht. Nun ist das Modell gesuchter als die Standardmodelle!
__________________ 911 3.2 Carrera; 944 S2; E36 Touring; MB 230C; Triumph Thruxton; Honda CB 250RS; Suzuki GS 125; MZ ETZ 300; IWL Berlin; IWL Troll; Simson Schwalbe; Simson SR4-3; Simson S51
Ausfahrt oder Treffen im Münchner Raum??? Hilfe beim Schrauben? Jederzeit! Bitte melden!
|
|
28.05.2010 15:56 |
|
|
Alexander Maier
Mitglied
Dabei seit: 16.05.2008
Beiträge: 26
Wohnort: Forchheim
 |
|
Hallo Tobias,
melde mich auch seit langem mal wieder zu Wort...
meiner bescheidenen Meinung nach, schwächelt der 911 tatsächlich, allerdings nicht an Motorleistung, sondern an mangelndem Purismus!
Die 911, wie auch die Boxster und Schnappies die man in den PZ´s sieht, sind allesamt vollgestopft mit Firlefanz und unnützem Gedöns.
Die wenigsten sind noch Sportwagen, eher Lifestyle-Zweisitzer mit Krimskrams-Pimp. Ich vermisse die reine Sportwagenlehre, das direkte Fahren. Schau Dir doch mal die tatsächlichen Gewichte dieser "Boliden" an, nicht selten stehen den 385 PS eines 4s satte 1600 kg Gewicht (vollgestopft, oder soll ich sagen vollausgestattet...) gegenüber.
Einzig die GT3 und GT2 Modelle wagen hier den Ausfallschritt.
Zu welchen Preisen passiert das Ganze?
Schau Dir doch mal in alten Prospekten den Grundpreisunterschied eines C2 zum RS an, rund 22 %. Daran hat sich prozentual fast nichts geändert, was erst mal erfreulich aussieht, im Detail erkennt man jedoch, dass der heutige Carrera mit einem "Brot-und Butter-Motor" ausgerüstet ist, der GT3 jedoch ein hochqualitatives Antriebsaggregat erhält. Vergleicht man nun den Preis damals aus 1991 mit 2010 darf man weiter feststellen, dass sich der Preis des GT3 gegenüber dem damaligen RS wirklich nur im Rahmen der Inflation erhöht hat, was ich für absolut in Ordnung halte.
Was ich aber nicht akzeptieren kann (und vielleicht auch viele weitere Altelferfahrer) ist die Preisgestaltung des normalen Carrera oder auch Carrera S. Hier handelt es sich einfach um überteuerte Großserienprodukte, die im Grunde genommen nichts anderes sind, als besser ausgestattete Boxster und Cayman mit einem geringfügig höheren Hubraum.
Ich persönlich folgere daraus, dass hier Image gekauft wird und zwar im großen Stil. Dumm nur, dass durch die Wirtschaftskrise die Zahl derer, die sich Image kaufen können (oder vermeintlich müssen?) geringer geworden ist...
Mein persönliches Fazit: Boxster und Schnappi sind tolle Autos und durchaus sportlich, 911er kommen mir nur als GT3, GT2, RS oder turbo ins Haus, alle anderen sind zu teuer!
Beste Grüße
Alex
__________________ turbo, was sonst!
|
|
28.05.2010 16:13 |
|
|
Rolf Will
Mitglied
Dabei seit: 02.06.2006
Beiträge: 17
Wohnort: Dreieich
 |
|
| RE: Schwächelt der Porsche 911? |
 |
Eine sehr interessante Fragestellung, Tobias.
Porsche hat mit vielen Problemen zu kämpfen, welche andere Automobilhersteller nicht in diesem Umfang haben.
Porsche zehrt natürlich von einem grossen Namen, es werden meist "alte" Erfolge (sieht man aktuell von Manthey ab) glorifiziert und man stümpert bei Nischen-Neuprodukten im Retrodesign (Boxsterspeedster, 997 mit Entbürzel und Füchsen etc.) herum. Dies wird nicht helfen, gerade den Porsche911 dauerhaft exklusiv für eine neue und auch die alte Kundschaft zu halten. Es gibt mittlerweile zuviel Konkurrenz selbst im eigenen Haus beim Bau guter Sportwagen....
Als Fahrer eines 911(964) Bauj. 92 Tipp-Targa mit Lordosenpumpe im Rücken sitze ich bereits in einem der ersten weichen 911 der "Neuzeit". Man versuchte damals eine breitere Klientel für den 911 zu interessieren, beliess ihm urspüngliche Optik, einen luftigen Boxermotor und verbaute bereits einige Euch bekannte GT-Annehmlichkeiten. Der Wagen ist schwer wie "Blei". Die anderen "Jungs" die keinen Transaxle wollten bekamen für gutes Geld den harten und raren RS angeboten. Gute Zeiten ;o) ?
Wenn Porsche heute absehbar mit VW zum Gross-Serienhersteller "verkommt" (die Gebrauchtwagenpreise gehen in den Keller), wird sich dessen Mythos weiter verwässern. Dies wird wohl gerade aus Gründen der üblichen Wachstums und Gewinnmaximierungspolitik einer AG unvermeidbar sein. Andere Produkte aus dem Porschehaus werden Ihre Abnehmer finden, aber die Zeiten des legendären 911 sind -obwohl der 997 gegenüber dem 996 gewonnen hat- leider vorbei.
Grüsse Euch aus Dreieich
(Targa-)Rolf
__________________ www.anwalt-verkehrsrecht-dreieich.de
|
|
28.05.2010 16:27 |
|
|
Wolfgang Ruffer
Mitglied

Dabei seit: 17.04.2006
Beiträge: 16
Wohnort: augsburg
 |
|
Einen Luftgekühlten 911er wird und kann es nie mehr geben, schade drum.
Das es aber in diesem hochpreisigen Fahrzeugsegment mit der Qualität bei Porsche derart steil bergab gegangen ist, daß erschließt sich mir nicht.
Vom 996 ganz zu schweigen, läßt es mich erschaudern, wenn ich bei einem drei Jahre alten (?) 997 bei einer Reparatur Schrauben abreisse, weil sie aus so einem schlechten Material und derart vergammelt sind... (sogar Billigjapaner können das (noch) besser)
Hallo ihr Porsche Oberen, was habt ihr vor? Ewig werdet ihr euch nicht auf vergangenen Lorbeeren ausruhen können!
Zum Thema Schnickschnackausstattung und Bequemlichkeit:
ganz klar muß der Kundenkreis groß gehalten werden, wir werden alle älter, jedoch gibt es bereits seit langem bequemere und schnelle Benzen, Aston Martin und was weiß ich, Porsche sollte sportlich sein und bleiben!
Beleuchtete Make up Spiegel Fahrerseite im 996? keine Trockensumpfschmierung? Hallo? Aufwachen!
Porsche!
Gruß Wolfgang
|
|
28.05.2010 17:43 |
|
|
Paul Traber
Mitglied
Dabei seit: 24.01.2010
Beiträge: 1
Wohnort: Augsburg
 |
|
Hallo,
also für mich persönlich kam kein neuer Porsche mehr in Frage.
Ich fahre einen 993 Turbo, und Porsche hat nicht ein einziges Fahrzeug mehr im Programm, das so viel Porsche vermitteln kann. Alles wurde aalglatt und hat keinen Charakter mehr.
Daher bin ich fremd gegangen und habe ich mir als neues (zusätzliches) Spielzeug einen R8 V10 gekauft.
viele Grüße
Paul
|
|
28.05.2010 19:57 |
|
|
Gerhard Metz
elferliste-team
Dabei seit: 05.03.2006
Beiträge: 217
Wohnort: München
 |
|
Hallo Kollegen und Elferfreunde,
das halte ich für eine wirklich spannende Frage!
Und die Antwort erscheint mir vielschichtig.
Zunächst denke ich, dass die Zeiten wohl vorbei sind, in denen, wie vor bald 30 Jahren, ein "Schutz-Heiliger" aus Amerika um die Ecke bog, um dem Todgeweihten ein lebensverlängerndes Stoffmützchen aufzusetzen!
Aus meiner Sicht sehe ich die Gründe, weshalb der Elfer geradezu schwächeln muss wie folgt:
1. Die Wirtschaftskrise.
2. Der deutlich gestiegene Sozialneid.
3. Der Wertewandel in der Gesellschaft. Nicht wenige meiner Bekannten fangen langsam an, sich dem Konsum aktiv zu verweigern; das heißt, sie haben schlicht keine Lust mehr, sich "unnötigen Schnickschnack" zu kaufen. Das kann natürlich auch für Fahrzeuge gelten.
4. Das immens gestiegene Umweltbewusstsein.
5. Die interessante Modell- und Stückzahlpolitik des Unternehmens Porsche.
Hierzu frage ich mich schon länger, wohin das führen mag. Natürlich kann sich das Unternehmen nicht den Gesetzen des Marktes entziehen. Der Wettbewerb hat mächtig dazu gelernt in den letzten Jahren. Ein "normaler" neuer Elfer hat mittlerweile den Charme eines Leasingfahrzeugs. Leider auch mit den damit einhergehenden Verlusten. Verlust an Wertstabilität. Verlust an Besonderheit. Verlust an Ausstrahlung. Verlust an Werten, die diese Marke groß gemacht haben. So groß, dass sie sich an ihrer eigenen Größe verheben kann. Ich hoffe daher, dass der Verbund mit VW nun einige positive Umdenkprozesse auslöst. Meine Ansätze wären:
Drei Modellreihen: den Elfer als Dreh- und Angelpunkt, daraus eine Variante ableiten, die mit weniger Gewicht und Leistung und dabei sehr abgespeckter Ausstattung die Wilden und wild gebliebenen bedient. Den Cayenne, weil er den "Familienporsche" geben kann. Und dann einen kleinen Sportster oder Speedster II oder so, der den Boxster beerbt. Also Boxster weg und den komischen und höchst unnützen Cayman auch sofort aus dem Programm nehmen. Und den Pananmera nach wenigen Jahren sanft entschlafen lassen.
Aber auf mich hört da ja keiner.
Auf jeden Fall bleibt es spannend.
Bis bald mal sagt
Gerhard
|
|
28.05.2010 20:20 |
|
|
Sven Fiedler
Mitglied

Dabei seit: 02.04.2005
Beiträge: 793
Wohnort: Nürnberg
 |
|
Ein Porsche 911 hat nicht mehr den Charme, Status und Exklusivität wie früher, als quasi noch alles per Hand gefertigt wurde.
Vergleicht man die Stückzahlen z. B. vom 964er oder 993er mit dem 996er, so ist es kein Wunder, wenn ein Massenprodukt langsam in der Masse untergeht und nur noch von den Erfolgen und dem Prestige vergangener Zeiten zehrt. Doch die vorhandene Verzehrmasse schwindet mehr und mehr.
Andere Hersteller haben auch ihre Hausaufgaben gemacht, Porsche hat diesbezüglich allerdings viel dazu beigetragen, diese Aufgaben für andere leichter zu lösen, indem der Schwierigkeitslevel heruntergesetzt wurde.
Das ist nun mal langfristig der Preis für Masse statt Klasse.
Sven
__________________ 964 WTL Cabrio Himbeerrot, H&R Federn, Techart Alu Pedale, Carbon Schaltknauf + Handbremshebel original Porsche Tequipment, Atiwe 34er Airbaglenkrad mit Carboneinlage, Alpine 9813, Frontsystem von www.mobile-performance.de, hintere MB-Quart Panels, ansonsten Originalzustand bzw. alle Originalteile zur Rückrüstung vorhanden
|
|
28.05.2010 22:26 |
|
|
Sven Bühler
Mitglied

Dabei seit: 20.05.2005
Beiträge: 292
Wohnort: Solingen
 |
|
Hallo zusammen,
seit der Einführung der 996 Modellreihe sind die Stückzahlen des Elfers deutlich gestiegen. Bedingt durch die Wirtschaftskrise ist für viele potentielle Leasingnehmer oder Käufer die Zeit gekommen, den Gürtel enger zu schnallen. Dies kann nicht ohne Folgen für den Absatz bleiben. Da Porsche aber zusätzliche Modelle wie den Panamera, der sich ja offenbar ordentlich verkauft, im Portfolio hat, kann das Zurückgehen von Stückzahlen in einer Baureihe verschmerzt werden.
Der 997 steht übrigens auch ziemlich am Ende seines Modellzyklus, in 2011 wird es den 991 geben (s. z.B.ams Video. Gegen Ende des Produktlebenszyklus gehen die Verkaufszahlen runter.
Bzgl. "Verweichlichung" des Elfers sehe ich es so, dass auch Porsche mit der Zeit gehen muss, um eine hinreichend große Käuferschicht zu erreichen. Ich denke, dass in der Vergangenheit wie in der Gegenwart der Porsche-Kunde erwartet, dass er ein modernes, sicheres, sportliches UND alltagstaugliches Fahrzeug erwirbt. Das macht meiner Meinung nach einen wesentlichen Punkt des Markenkerns aus: sehr sportlich und sehr alltagstauglich, das Gegenteil zu Exoten, die sich nur auf Sportlichkeit ohne Kompromisse fokussieren. Beliebigkeit sehe ich nicht, nur weil es in einem Porsche heute auch ABS, Airbags, Xenon, Komfortsitze etc. gibt.
Abgesehen davon gibt es ja auch Spartenprodukte für die "harten Jungs" in der Elfer-Palette.
__________________ Viele Grüße,
Sven
Porsche 911 Carrera 3.2 Modelljahr 1988 - EURO 2 Kat - 930/25 Motor - Bilstein Sportlich Straße - 15 Zoll Bereifung - Originalzustand
|
|
29.05.2010 07:55 |
|
|
|
|
... oh jeee - spannender Link Sven! ... aber was ist das denn? ...
... aufgeklebte Lufteinlässe á la Cayman - Schnauze 959 - Heck Aston Martin???
__________________ .
911 Targa 1988 (Modelljahr 1989) - seit 01.07.2008 leider in der Box ...
|
|
29.05.2010 11:00 |
|
|
|
|
Porsche muß nach meiner Meinung mit dem 911 einerseits die Sportfahrer bedienen, die ein schlankes und sportliches Auto haben wollen und die das 911er Image auf der Straße und der Rennstrecke aufbauen und andererseits die Grand Turismo Fahrer, die dieses Image nutzen wollen und es über sehr gut ausgestattete Autos zu hohen Preisen finanzieren. Porsche braucht beide Kunden. Beide Kunden wollen 911 auf ihrem Auto stehen haben.
Vielleicht sollte es deshalb unter dem Namen 911 zwei Baureihen geben, die beide die 911er Gene haben (Boxer im Heck längs, typische 911er Silhouette, 2+2 Sitze, auf die Luftkühlung müssen wir wohl schweren Herzens verzichten) und sich äußerlich sehr ähnlich sind.
Der eine ist ein leichter und etwas schmalerer "S" / "RS" / "RSR" mit tragendem Überrollkäfig, Diagonalen und Türstreben als M-Ausstattung, dadurch leichterer Karosse (Vorderwagen Stahl, Hinterwagen Alu analog Audi TT wegen der Gewichtsverteilung), ohne elektrische Fensterheber, ohne elektrische Sitze, nur mit ganz einfacher Klimaanlage. Damit können Sportfahrer angesprochen werden. Natürlich gibt es auch heute schon GT3s, aber die sind zu teuer. Der "S" müßte mit der verringerten Ausstattungsvielfalt günstiger als der heutige Einstiegs-997 sein. Vielleicht davon noch ein Speedster, wobei das mit dem Käfig dann wohl nicht geht. Der Cayman/Boxter wäre damit aus meiner Sicht überflüssig.
Der andere ist ein "Grand Turismo" wie jetzt der 997 mit allem Komfort und deshalb höherem Gewicht. Auf der Autobahn merkt man das nicht so. Der darf dann mit all seiner Ausstattung teurer als der heutige 997 sein, das wird dessen Zielgruppe akzeptieren. Natürlich auch als Cabrio und Targa.
Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung muß beide Modelle zusammen sehen. Der eine baut das Image, der andere bringt das Geld.
Bei den Motoren ist die Turbo-Frage interessant. Es wird vermutlich auch bei den normalen Autos Turbolader geben müssen. Damit verliert der Turbo leider seine Exklusivität, aber da fällt mir keine Alternative ein. Ich könnte mir in dem leichten Auto neben dem Sechszylinder-Sauger durchaus einen Turbo-Vierzylinder-Boxer vorstellen.
Der "S" könnte im vorderen Kofferraum auch ein Kers haben (wie der Hybrid-997 dieses Jahr beim 24h-Rennen). Ein reines Elektroauto sollte aber wegen der konzeptionellen Unterschiede in eine ganz neue Baureihe. Speziell in dieser kann man sich ja auch im VW-Konzern vernetzen.
2+2 Sitze sind wichtig, weil durch Teilhaben des Nachwuchses am Elfer-Erlebnis auch eine neue Generation von Elferfahrern vorbereitet wird.
|
|
30.05.2010 08:50 |
|
|
Tobias Kindermann
elferliste-team

Dabei seit: 28.12.2004
Beiträge: 8.613
Wohnort: Bamberg
Themenstarter
 |
|
| Zitat: |
Original von Hartmut Schimmel
.2+2 Sitze sind wichtig, weil durch Teilhaben des Nachwuchses am Elfer-Erlebnis auch eine neue Generation von Elferfahrern vorbereitet wird. |
Hallo Hartmut!
Willkommen in der Runde. Deinen letzten Satz kann ich mehrmals unterstreichen. Ich bin selten im 11er allein unterwegs - die Kinder freuen sich, wenn sie dabei sein können - und das Platzangebot hinten ist für sie ideal. Schön wären noch ein paar ausziehbare Kopfstützen.
Viele Grüße
Tobias
__________________ Porsche Carrera 3,2, EZ 10/87, Sonderserie 250 000. 11er, diamantblaumetallic, Spoiler v+h, 7+9x16, a/n Steuerung, tiefer, Bilstein sportlich Straße, Turbospurstangen, 3-Punkt-Gurte für Rücksitze
|
|
30.05.2010 11:46 |
|
|
Rainer David
Mitglied
Dabei seit: 05.06.2008
Beiträge: 10
Wohnort: 37574 Einbeck
 |
|
| Schwächelt der Porsche 911 ? |
 |
Die letzten Porsche- Baureihen sind keine "Porsches" mehr,
und wer mal einen "Porsche" hatte, hat jetzt einen VW.
"...und damit begann der Abstieg in die Popularität."
|
|
31.05.2010 12:17 |
|
|
Markus Gronen
Mitglied

Dabei seit: 19.02.2006
Beiträge: 2.376
Wohnort: Eu-Kuchenheim
 |
|
Hallo Tobias,
ich kann oben nicht abstimmen, weil eine Antwort fehlt.
X Ist der Porsche 911 eine Jugentraum und wird Kriesen überstehen
Dort würde ich gerne abstimmen.
Der 11er ist das Zugpferd des Unternehmens, daher wird er weiter dafür sorgen, das Männer nach Stuttgart fahren, zu Rennen fahren und oder teilnehmen,....
Der "Mythos Porsche" basiert auf dem 11er und nicht auf Modellen die es davor gab oder die parallel gebaut wurden.
__________________ Grüße, Markus Gronen
911 BJ. 1985 in Meteorgrau Cup1 Felgen 964 Motor.
Stammtisch Köln in der Ringlok Lounge Frechen jeden ersten Mittwoch. Weitere Infos unter: www.kolbenquaeler.de
Tip--->: Leichtbauteil aus Köln
|
|
31.05.2010 12:46 |
|
|
Sebastian Bauer
Mitglied
Dabei seit: 12.05.2010
Beiträge: 9
Wohnort: Mannheim
 |
|
Hallo Zusammen,
Der 911 ist die Ikone und war immer das Zugpferd von Porsche. Wenn man die Produkthistorie und den Kern des Produktes nicht verletzt kann der 911 immer wieder das Zugpferd sein, dass Porsche aus dem Tal der Tränen zieht. So geschehen Anfang der 90er als Porsche fast insolvent war. Was war passiert? Laut Porsche-Management war der Grund eine fehlgeleitete Strategie. Diese Strategie Anfang der 90er war: In jedem Motorensegment einen Sportwagen vorzuhalten: 4-Zylinder->968 6-Zylinder->911 und 8-Zylinder->928. Das war laut Porsche damals ein Fehler (O-Ton eines Porschemanagers). Da die breite Produktpalette trotz oder gerade wegen der Kooperation mit Audi sehr hohe Komplexitätskosten verusachte. Porsche verzettelte sich mit den vielen Modellen. Wie kam man auf die Erfolgsspur zurück? Man hat alle Modelle eingestampft und nur noch ein Produkt angeboten, das Porsche sehr erfolgreich aus dem Tal der Tränen zog: Den 911. Das Kernprodukt.
Porsche ist evtl. drauf und dran den selben Fehler aus den 90er noch einmal zu machen. Porsche ist heute zwar sehr kosteneffizient aufgestellt und hat Komplexitätskosten durch Modul- und Gleichteilpolitik stark reduziert, aber meiner Meinung nach besteht aktuell wieder die Gefahr einer Verzettelung durch ein zu breites Produktsortiment, das letztlich doch hohe Kosten verusacht und im schlimmsten Fall an den Bedürfnissen der Kunden vorbei geht: 911, Boxter, Cayman, Cayenne, Panamera ... S, Turbo, 4S, GT2, GT3, RS, Classic ... Cabrio, Targa, ... Diesel ...
Bald muss ein gut aufgestzter 911 den Karren vielleicht wieder aus dem Dreck ziehen ...
Wir dürfen gespannt sein.
|
|
31.05.2010 13:02 |
|
|
|