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Motorrevision mit oder ohne Öffnen des Kurbelgehäuses


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14 Antworten in diesem Thema

#1 Flat6

Flat6

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Geschrieben 14 Februar 2021 - 10:00

Guten morgen,

 

ich muss aktuell meinen Motor zerlegen (3.2, 231PS, BJ87, 200.000km), da 2 Stehbolzen abgerissen sind.

Der Motor läuft ansonsten sehr gut und ist trocken. Druckverlusttest war bei allen Zylinder völlig in Ordnung und gleichmäßig). Auch wenn man die Kurbelwelle ohne Zündkerzen durchdreht ist es sehr gleichmäßig.

Auf jeden Fall möchte ist die Köpfe überholen (auf der Auslassseite ist eine Schaftdichtung bereits ölig), die Zylinder überprüfen und Kolbenringe tauschen. Ich bin aber unschlüssig, ob ich das Kurbelgehäuse auch öffnen und Haupt- und Pleuellager direkt mittauschen soll. Ich scheue mich eigentlich nicht vor der Arbeit, ich habe nur sorgen, dass das Gehäuse danach wieder so schön dicht ist wie jetzt aber vor allem, ob die Ersatzteile-Lagerschalen noch genauso gut sind wie die damals verbauten. Bei den Ersatzteil-Qualitäten gehen die Meinungen ja auseinander. 

 

Daher würde mich mal eure Meinung interessieren

1. nichts machen und Gehäuse zu lassen

2. Gehäuse öffnen, schauen ob irgendein Lager verschlissen ist (Pleuellager kann man ja nicht prüfen, wenn es nicht aufgeschraubt wird, oder) und Kurbelwelle vermessen

3. Haupt-, Pleuel- und Zwischenwellenlager tauschen (natürlich mit Vermessen der ganzen Lagerstellen)

 

Grüße und schönen Sonntag

Fabian



#2 Muelalbr

Muelalbr

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Geschrieben 14 Februar 2021 - 12:24

Hallo Fabian,
an meinem 3,0 SC waren ebenfalls 2 Stehbolzen abgrissen. Nach dem ich die Köpfe demontiert hatte, waren es 3. Darauf hin habe ich mich entschlossen alle 24 St. zu tauschen. Obwohl ich behutsam nach allen technischen Regeln vorgegagngen bin, waren zum Schluss 6 St. abgerissen. Die Gewindestümpfe wurden aus dem Kurbelgeäuse rauserodiert. Kostenpunkt ca. 200€. Selbst wenn nur ein Gewindestumpf entfernt werden muss, muß das Kurbelgehäuse zerlegt werden. Die Ventilsitze habe ich dann ebenfalls überarbeiten lassen. Nochmals ca. 200€. Bis ich dann den Motor zusammen hatte kamen ca. 2500€  zusammen.
Zu 1.: Das kannst nur Du entscheiden
Zu 2.: Gehäuse muß geöffnet werden, wenn ein Stehbolzen abgerissen ist, bzw. wenn der Gewindestumpf im Gehäuse steckt. Eine Verschleissprüfung der Lager kann man im 1.Schritt durch Betrachten vornehmen. Ich habe sämtliche Lager gewechselt. Der Aufwand war mir zu groß, um an dieser Stelle 100€ zu sparen.
Zu 3.: Ich habe getauscht.

Fazit: Entweder weiterfahren oder zerlegen. Rechne mal mit >2000.-€ an Teilekosten.

Wenn Du weitere Infos brauchst, melde Dich
Grü0e Albrecht
 


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#3 Jens Schumacher

Jens Schumacher

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Geschrieben 14 Februar 2021 - 21:30

Hatte auch 3 abgerissene Bolzen - die Reste aber rausbekommen - wenn auch mit extremer Würgerei.

Man kann da mit ein wenig Wärme (Heißluftgebläse) oder etwas mehr Wärme (Propan oder Ace-Brenner) nachhelfen.

Ist natürlich Mist, wenn man wg. sowas das Geäuse teilen muß...

 

Gruß

Jens

 


Porsche 911SC Targa Bj. 1980

Restaurierung unter:

https://jensschumi.d...911erCorner.php


#4 Detlef

Detlef

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Geschrieben 15 Februar 2021 - 14:35

Hallo,

 

wenn die Bolzenreste noch heraus schauen, sollten die sich nach Erwärmung mit einer gescheiten Rohrzange herausdrehen lassen. Das Gehäuse muss dazu stabil festgesetzt sein. Es müssen die unteren Bolzen komplett gegen Stahlbolzen ersetzt werden. Die oberen (unbeschädigten) können verbleiben.

 

Wenn es mein Motor wäre und weder Leistungssteigerung noch Renneinsatz geplant ist, würde ich das Gehäuse nicht zerlegen. Wird die Gehäuseverspannung nach so vielen Jahren gelöst, muss die Gasse geprüft und vermutlich nachgearbeitet werden. Das ist dann das volle Programm mit dem Ergebnis, dass es gerade wieder so ist wie vorher. Jeder Motorenbauer rät natürlich zur Komplettrevision, aus verschiedenen Gründen. Aber das ist kein M3-Motor, die bekannt für Pleuellagerschäden alle 80Tkm sind. Obendrein ist dieser simple Motor relativ schnell ausgebaut und zerlegt, so dass der Aufwand für nochmaliges Zerlegen bei späterem Verschleiß doch sehr überschaubar ist. Viel wichtiger ist gescheites Öl und jährlicher Wechsel.


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Viele Grüße

 

Detlef


#5 Markus G. aus K.

Markus G. aus K.

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Geschrieben 15 Februar 2021 - 21:52

Ich würde eine Ölanalyse in Betracht ziehen.

Die kann dir einiges über die Zustände der Lager sagen. Wenn du schon soviel Zeit investierst dann auch die dafür.
Die Blase macht alles kaputt.

#6 Flat6

Flat6

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Geschrieben 15 Februar 2021 - 22:33

Hallo Detlef,

ist es so, dass die Alublöcke so empfindlich sind und sich verziehen? Das war mir gar nicht bewusst. Hast du schon öfters die Erfahrung gemacht?

Mir gehts dabei nicht um das Thema Zeit und eventuell nochmal den Motor zu zerlegen, sondern darum ein Risiko auszuschließen. Wenn ein Pleuellager sich verabschiedet, ist ja meistens ein kapitaler Motorschaden die Folge, genauso bei den Hauptlagern.

@ Albrecht: hatten denn deine Pleuellager schon irgendwelche Schäden, als du sie getauscht hattest?

 

Auf der anderen Seite hätte ich aber auch keine Lust am Ende ein verzogenes Gehäuse zu haben, nur weil ich die Schrauben gelöst habe.

 

Grüße



#7 Detlef

Detlef

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Geschrieben 16 Februar 2021 - 11:16

In der Regel ist das so, dass der Block dann beim Vermessen auffällig ist. Die Frage ist dabei natürlich auch, wie der bei Neumontage war.

 

Du bist ja mit Lars bereits im Dialog.Der hat natürlich die Dauererfahrung dabei. Glaube aber nicht, dass er unentgeltlich sämtliche Erfahrung und Tricks im Forum Preis gibt. Im Heimwerkerbereich scheitert es ja oft schon an den Messmitteln, dann an der Erfahrung, die Werte zu interpretieren. Du musst also auch selbstkritisch prüfen, ob Du das selbst hinbekommst. Einfach nur öffnen, staunen und neue Schalen einbauen ist m.E. nicht sinnvoll. Zerlegte Einzelteile wird ein Motorenbauer nachträglich wohl nicht annehmen. D.h., Du gibst das Teil komplett ab, oder lässt es zu.

 

So ein Lager im Bereich der Welle geht nicht schlagartig kaputt und man bekommt auch nicht schlagartig einen kapitalen Motorschaden bei normalem Verschleiß.

 


Viele Grüße

 

Detlef


#8 Manfred Witte

Manfred Witte

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Geschrieben 16 Februar 2021 - 11:27

Hallo Fabian,
an meinem 3,0 SC waren ebenfalls 2 Stehbolzen abgrissen. Nach dem ich die Köpfe demontiert hatte, waren es 3. Darauf hin habe ich mich entschlossen alle 24 St. zu tauschen. Obwohl ich behutsam nach allen technischen Regeln vorgegagngen bin, waren zum Schluss 6 St. abgerissen. Die Gewindestümpfe wurden aus dem Kurbelgeäuse rauserodiert. Kostenpunkt ca. 200€. Selbst wenn nur ein Gewindestumpf entfernt werden muss, muß das Kurbelgehäuse zerlegt werden. Die Ventilsitze habe ich dann ebenfalls überarbeiten lassen. Nochmals ca. 200€. Bis ich dann den Motor zusammen hatte kamen ca. 2500€  zusammen.
Zu 1.: Das kannst nur Du entscheiden
Zu 2.: Gehäuse muß geöffnet werden, wenn ein Stehbolzen abgerissen ist, bzw. wenn der Gewindestumpf im Gehäuse steckt. Eine Verschleissprüfung der Lager kann man im 1.Schritt durch Betrachten vornehmen. Ich habe sämtliche Lager gewechselt. Der Aufwand war mir zu groß, um an dieser Stelle 100€ zu sparen.
Zu 3.: Ich habe getauscht.

Fazit: Entweder weiterfahren oder zerlegen. Rechne mal mit >2000.-€ an Teilekosten.

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Grü0e Albrecht
 

 

und die ventilführungen mußt du auch kontrollieren. aber das weißt du auch selbst. gruß, MW
 



#9 sven_c1

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Geschrieben 17 Februar 2021 - 00:01

Bei meinem 3.2 stand 2009 die Frage an, wie viel ich machen sollte: der 930/25 aus 1987 war bekannt für vorzeitig verschleißende Ventilführungen auf der Auslass-Seite, so auch bei meinem (erhöhter Ölverbrauch, ca. 0,4l / 1000 km; mit heutiger Kenntnis wäre ich noch eine ganze Weile länger damit weiter gefahren).

km Leistung waren ca. 165tkm, wenn ich mich recht erinnere.
Ich habe mich seinerzeit gegen das Öffnen des Kurbelgehäuses entschieden.
Die Köpfe wurden allesamt überholt, ein paar Ventile getauscht, ein paar Federn, that‘s it.

Mittlerweile hat der Motor ca. 220tkm gelaufen. Vor einigen Jahren waren ein paar Stehbolzen abgerissen (das war bei einer Inspektion festgestellt worden, kein Öl-oder Leistungsverlust, unauffällig). Die Stehbolzen konnten ohne Öffnen des Gehäuses gewechselt werden.

Wenn ich bedenke, wie viele Jahre ich jetzt mit dem teilrevidierten Motor unterwegs bin, denke ich, nix falsch gemacht zu haben.
Ich sage mir mittlerweile bei allem an dem Auto: never change a running system.

Das ist aber letztlich eine Entscheidung, die man für sich abwägen muss. Wenn man selbst einen Motor zerlegen und zusammenbauen kann, ist es wahrscheinlich gar nicht dumm, sich mal an eine Überholung zu begeben.

Hier im Forum ein wenig suchen und Einlesen kann auch evtl. weitere Hilfe sein, z.B.:

https://www.elferlis...930-20/?p=93936

https://www.elferlis...tausch/?p=97677
Viele Grüße,


Sven

Porsche 911 Carrera 3.2 Bj. 1987 / Mj. 1988 - EURO 2 Kat - 930/25 Motor - Bilstein Sportlich Straße - 15 Zoll Bereifung - Originalzustand

#10 Christian Stephan

Christian Stephan

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Geschrieben 17 Februar 2021 - 10:06

Guten Morgen,

 

sofern nichts darauf hin deutet, daß eine grundlegende Motorüberholung erfolgen muß, würde ich das auch nicht machen. Dazu betrachte ich Öldruck bei warmem Motor, Leerlauf 1 bar, im Betrieb immer 1 bar über der Drehzahl/1000 bis max 4 bar. Und Ölverbrauch. Wenn beides unauffällig, würde ich den Motor nicht weiter öffnen, als notwendig. 

 

Der 3,2 gilt als sehr robust und mit 200.000 hast Du da vieleicht Halbzeit in der Laufleistung. Die jetzt anfallenden Arbeiten sind 1:1 ohne erneuten Aufwand auf eine ggf. in der Zukunft notwendige Motorüberholung übertragbar. Wenn man den Öldruck im Blick behält, erkennt man nachlassenden Gesundheitszustand. Die anfallenden Arbeiten sind eh immer ähnlich, ob 'nur' ausgenudelt oder fest gegangen.

 

Du hast Dich außerdem nur auf Kubelwelle und Lager eingeschossen. Was machst Du mit den Kolben, wenn Du am zerlegten Motor feststellst, das die oval sind .. vorher nichts gemerkt, jetzt die nächsten mehrere 1000 Euro. 

 

Das würde ich mir alles für später aufheben, wenn der Motor wirklich Anzeichen hat.

 

bei den Zylindern die eh ab sind vieleicht die Kolbenringe prüfen. Aber sofern Du keinen Ölverbrauch hast würde ich selbt daran nicht rumfummeln.

 

Never touch a running system. Denn da hast Du schnell ein kleines Vermögen versenkt ohne spürbaren Mehrwert .

 

 

Viele Grüße

 

Christian


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#11 Lothar

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Geschrieben 17 Februar 2021 - 10:40

Eigentlich müßte ich die Gedchichte von Sven kopieren.
 
Es ist mittlerweile 14 Jahre her. Ich habs nicht vergessen , bei 185.000 km.
Einige Stehbolzen waren bei meinem 3,2 gerissen. Es wurde damals eine Teilrevidierung
des Zylinderkopfes durchgeführt. Ansonsten konnte er geschlossen bleiben.
Ich bin in den folgenden 8 Jahren ca 80.000 km gefahren, auch im Winter.
Es gab keinerlei Probleme. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er auch noch heute.
 
Deine drei Fragen kann ich dir leider nicht beantworten. 
Aber meine Devise in den letzen 25 Jahren lautete:
Fahren, regelmäßig Checkliste für die Wartungsarbeiten abhaken und immer schön Motoröl wechseln.
 
Solange keine gravierenden Symptome erkennbar waren, habe ich auch keine prophylaktischen
Maßnahmen ergriffen.
 
Grüße aus Franken
Lothar

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#12 landi911

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Geschrieben 17 Februar 2021 - 18:54

Ich würde aufmachen, einfach um zu wissen wie es aussieht.
Und die Lagesitze zu reiben, falls es notwendig ist( selten bei Alu sehr oft bei Magnesium) ist kein Ding.

Bei meinem 914 habe ich den Motor und Getriebe auch komplett zerlegt obwohl der Top lief.
Hinterher bin dann sicher das so schnell nix passiert.
Aber ich bin da etwas zwanghaft, ich weiß.
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Den turbo vergisst man nie!

#13 Flat6

Flat6

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Geschrieben 19 Februar 2021 - 21:20

Besten Dank für eure Rückmeldungen.
Hab mich dazu entschieden den Block auf zu machen. Dafür bin ich allein schon viel zu neugierig.
Da ich den 11er erst seit einem halben Jahr habe und nicht weiß, wie damit früher umgegangen wurde, gehe ich lieber auf Nummer sicher.
Grüße
Fabian
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#14 landi911

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Geschrieben 20 Februar 2021 - 00:53

Passt! Bin gespannt.
Freuen tust Du Dich dann so oder so.
Wenn alles gut aussieht weil es gut aussieht
Wenn doch Verschleiß vorhanden ist das Du aufgemacht hast.
Den turbo vergisst man nie!

#15 Pilot69

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Geschrieben 14 März 2021 - 18:11

Fakten: 200‘000km und der Motor läuft an sich gut, ein paar Bolzen ab.

 

Nun muss der Motor raus und weitgehend zerlegt werden. Das Kurbelgehäuse soll nun ausgenommen sein? Die Kurbelwellenlager haben auch schon 200‘000km gesehen.

Es wäre fahrlässig nur den halben Motor zu revidieren. Das ist dann auch wertmässig eine Geldvernichtung, wenn man im Falle eines Verkaufs dann eröffnet, dass man nur den halben Motor revidiert hat, dann kann man es an sich auch gleich lassen. 

 

Wäre ich mit einem Auto konfrontiert, das so eine halbe Revision gesehen hat, müsste ich die Revision als nicht erfolgt beurteilen. Denn muss ich dann im Kurbelgehäuse was revidieren, kann ich den Rest auch wieder zerlegen, ergo, die Halbrevision ist nicht existent.

 

Kurz, es wäre dumm das Kurbelgehäuse nicht zu öffnen.

 

Greetz






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